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Tesla Model 3: Rost an der Heckklappe

6 Minuten Lesezeit · Zuletzt geprüft Oktober 2026

Es ist die Stelle, die beim Model 3 am häufigsten übersehen wird: die Innenseite der Heckklappe, oben an der Kante Richtung Heckscheibe. Dort bildet sich bei vielen Fahrzeugen Rost, der aus dem Falz nach außen drückt. Man sieht ihn nur, wenn der Kofferraum offen steht und man genau hinschaut, und genau deshalb fällt er den meisten erst auf, wenn die Garantie abgelaufen ist.

Betroffen sind vor allem Fahrzeuge der Baujahre 2020 bis 2022, unabhängig davon, ob sie aus Shanghai oder aus den USA kommen.

Warum ausgerechnet die Heckklappe

Beim Model 3 sind Türen und Fronthaube weitgehend aus Aluminium. Die Heckklappe ist das einzige dieser Teile aus Stahl. Sie ist am oberen Rand umgefalzt, und dieser Falz ist ab Werk nur sparsam abgedichtet. Wasser, das von der Heckscheibe abläuft, steht dort und kommt zwischen die Bleche.

Dass es sich um einen bekannten Konstruktionspunkt handelt, zeigt sich an den Ersatzteilen: Wer eine neue Heckklappe bekommt, findet darauf eine zusätzliche Abdichtung am Falz, die das ursprüngliche Teil nicht hatte.

Rost oder nur Karosseriekleber?

Das ist die wichtigste Frage, und sie wird regelmäßig falsch beantwortet. An derselben Kante sitzt bei vielen Fahrzeugen überlackierter Karosseriekleber, der ebenfalls Unebenheiten und kleine Erhebungen bildet. Der ist harmlos. Wer beides verwechselt, wartet im schlimmsten Fall jahrelang ab, während der echte Rost weiterarbeitet.

So unterscheiden Sie die beiden:

  • Verändert es sich? Karosseriekleber sieht nach Jahren noch genauso aus. Rost wächst, wandert an der Kante entlang und wird dunkler.
  • Lässt es sich eindrücken? Eine Blase, die beim leichten Druck nachgibt, spricht für Unterrostung. Fester, unnachgiebiger Wulst spricht für Kleber.
  • Hebt sich der Lack? Abplatzender oder aufgeworfener Lack ist immer ein Grund, es prüfen zu lassen.

Nicht zu verwechseln ist beides mit braunen Pünktchen auf der Lackoberfläche. Das ist Flugrost, also angewehter Eisenstaub, der sich mit einem Flugrostentferner und einer Politur rückstandslos entfernen lässt. Flugrost finden Sie auch auf Kunststoffteilen, was ein guter Gegentest ist.

Der Unterschied liegt beim Stichtag

Die Basisgarantie läuft vier Jahre oder 80.000 Kilometer, je nachdem, was zuerst eintritt. Innerhalb dieser Frist wird der Schaden regelmäßig übernommen, mal durch Neulackierung, mal durch Austausch der kompletten Heckklappe.

Wie das abläuft, zeigen viele Berichte aus dem TFF-Forum. Das Service Center nimmt den Rost auf, repariert ihn aber nicht selbst, sondern schickt Sie an einen Bodyshop, also eine Karosseriewerkstatt von Tesla oder einen Partnerbetrieb. Rechnen Sie deshalb mit einem zweiten Termin. Die Lösungen reichen von einer nachträglichen Versiegelung des Falzes über Ausbessern und Neulackieren bis zur neuen Heckklappe, in einem Fall zusammen mit einem neuen Spoiler. Mehrfach fiel der Rost erst beim Check im Service Center auf, etwa als ohnehin der Heckklappenmotor getauscht wurde.

Nach Ablauf der Frist sieht es deutlich schlechter aus. In Erfahrungsberichten von Model-3-Fahrern überwiegen klar die Ablehnungen. Vereinzelt wurde Kulanz gewährt, und zwar eher, wenn jemand persönlich in der Werkstatt stand, als wenn der Fall nur über die App geschildert wurde.

Die Größenordnungen, die dann im Raum stehen: einige hundert Euro für eine punktuelle Ausbesserung, rund zweitausend Euro für den Austausch der Heckklappe.

Die Durchrostungsgarantie hilft hier meist nicht

Tesla gibt auf die Karosserie eine lange Garantie gegen Durchrostung. Viele Betroffene hoffen darauf und werden enttäuscht, weil diese Garantie erst greift, wenn das Blech tatsächlich durchgerostet ist, also ein Loch hat. Rost, der im Falz sitzt und den Lack anhebt, ist das noch nicht.

Verlassen Sie sich deshalb nicht auf mündliche Zusagen, das sei ja ohnehin für viele Jahre abgedeckt. Diese Auskunft kursiert, hat aber in den dokumentierten Fällen nicht getragen.

Ausbessern oder tauschen

Wird der Schaden anerkannt, steht die nächste Frage an: punktuelle Ausbesserung oder neues Bauteil. Bei Rost, der aus dem Falz kommt, ist eine Ausbesserung von außen fachlich fragwürdig, weil die Ursache zwischen den Blechen sitzt und dort bleibt. Es gibt Karosseriebetriebe, die eine reine Nachlackierung an dieser Stelle von sich aus ablehnen, weil sie für das Ergebnis haften müssten.

Wer auf einer fachgerechten, dauerhaften Reparatur besteht und das begründet, hat gute Chancen, den Tausch durchzusetzen. Wer nachgibt, hat das Thema erfahrungsgemäß ein bis zwei Jahre später wieder.

Was an der Heckklappe sonst noch auffällt

Der Rost ist nicht das einzige Thema. In den Berichten vom Garantieende-Check tauchen an der Heckklappe drei weitere Punkte immer wieder auf, und sie wurden in aller Regel auf Garantie erledigt:

  • Der Heckklappenmotor. Bei der elektrischen Heckklappe sitzt in jeder der beiden Hubstreben ein kleiner Motor. Typische Befunde sind ein ölfeuchter Antrieb, laute oder ratternde Laufgeräusche, eine undichte Dichtung oder eine Klappe, die im Winter nicht ganz aufgeht. In einem Fall wurde der Motor getauscht, obwohl er noch funktionierte. Bei manchen Fahrzeugen bringt Tesla zudem ungefragt einen zusätzlichen O-Ring oben an der Hubstrebe an. Mehr zu solchen stillen Maßnahmen steht im Artikel über stille Rückrufe.
  • Gasdruckfedern. Gasfedern und Kofferraumdämpfer wurden beim Check mehrfach gleich mit getauscht, teils zusammen mit dem Motor.
  • Der Heckspoiler. Ein Spoiler, der sich an den Ecken löst, und beim Carbon-Spoiler der Performance-Modelle Blasen oder sich lösender Klarlack werden regelmäßig gemeldet und getauscht. Ein Halter sah den Kostenvoranschlag dafür um 800 Euro steigen, gezahlt hat er am Ende nichts. Wie Sie solche Beträge einordnen, steht im Artikel über den Kostenvoranschlag in der App.

Auch hier gilt: Nach Ablauf der Basisgarantie wird es schwierig. Ein Model-X-Halter, dem nach siebeneinhalb Jahren ein korrodierter Spoiler auffiel, versuchte es auf Kulanz, mit offenem Ausgang. Ein anderer hatte die Korrosion am Spoiler noch vor Ablauf der vier Jahre gemeldet, wurde aber an den Bodyshop verwiesen. Bis von dort eine Rückmeldung kam, war die Garantie abgelaufen, und er musste um die Übernahme streiten. Bleiben Sie nach einer Meldung also dran und lassen Sie sich den Vorgang schriftlich bestätigen.

Was Sie jetzt tun sollten

Machen Sie den Kofferraum auf und fahren Sie mit dem Finger die obere Innenkante der Heckklappe entlang, über die ganze Breite. Fotografieren Sie, was Sie finden, mit Datum. Prüfen Sie dann, wann Ihre Basisgarantie endet, nach Datum und nach Kilometerstand.

Wenn noch Zeit ist, lassen Sie es dokumentieren und melden Sie es, bevor die Frist abläuft. Entscheidend ist nicht, wann repariert wird, sondern wann der Mangel gemeldet und festgehalten wurde. Genau dafür ist ein Garantieende-Check da: Er findet die Stellen, die im Alltag niemand sieht, und hält sie mit Fotos, Datum und Kilometerstand fest, damit Sie sie rechtzeitig melden können. Ob Tesla den Schaden übernimmt, entscheidet Tesla. Prüfen Sie bei der Gelegenheit auch Motor, Hubstreben und Spoiler.

Quellen: Garantieende-Wiki, TFF-Forum; Garantieende-Check Model 3, TFF-Forum; Korrodierter Spoiler am Model X, TFF-Forum.

Wie lange läuft Ihre Garantie noch?

Modell, Erstzulassung und Kilometerstand reichen. Auf Wunsch erinnern wir Sie acht Wochen vor Ablauf per E-Mail.

Bestimmt nur die Batteriegarantie. Unsicher? Die Basisgarantie ist bei allen gleich.

Steht im Fahrzeugschein unter Feld B.

Ungefähr reicht.

Kostenlos und ohne Anmeldung. Wir speichern nichts, solange Sie nichts absenden.

Vor Ablauf der Frist nachsehen

Danach kostet die gleiche Heckklappe schnell vierstellig. Wir schauen uns den Falz genau an, bevor Ihre Frist abläuft, und halten den Zustand schriftlich und mit Fotos fest.

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